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Dienstag, 31. Dezember 2013

Neujahrsgebet zum Jahresende

... möchte ich zum Abschluss des Jahres 2013  hier aufschreiben. Es gefällt mir, was der Pfarrer von St. Lamberti im Jahr 1883 gebetet hat. Seine Worte sind auch noch heute für uns von großer Bedeutung. Damit möchte ich mich von diesem Jahr verabschieden, und euch alles Liebe und Gute wünschen.


Herr, setze dem Überfluss Grenzen,
und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen
aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort
und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit
und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten, Geschäfts- und Arbeitsleute,
die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Gib den Regierenden ein besseres Deutsch
und den Deutschen eine bessere Regierung.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen.
Aber nicht sofort.

Neujahrsgebet des Pfarrers von St. Lamberti, Münster 1883


Montag, 30. Dezember 2013

Gedanken zum Jahreswechsel

Wie ich schon geschrieben habe, zum Jahreswechsel gibt es Gedichte. Es ist eine Form, die wohlgefällig das Jahr und das Leben betrachtet. Es sind nicht meine Gedanken, aber sie ähneln sich sehr den Meinigen.





Gedanken zum Jahreswechsel

Wie geht es uns? Sind wir gesund?
Gibt’s zur Verzweiflung einen Grund?
Besitzen wir was uns gehört?
Hat nichts und niemand das zerstört,
was wir uns selber aufgebaut?


Ist unser Tisch noch reich gedeckt?
Hat keine Bombe uns erschreckt?
Sind Durst und Hunger unbekannt?
Leben wir im freien Land
und sind behütet durch den Frieden?



Gibt’s Tage, da man richtig lacht?
Schlafen wir ruhig in der Nacht?
Sind Tränen eine Seltenheit?
Ist nichts geschehn in letzter Zeit,
was unser Leben ruiniert?

Wenn es dem nächsten Jahr gelingt,
dass es uns diesen Wohlstand bringt,
dann hat das Jahr uns reich beschenkt.
Wer trotzdem dann ans Jammern denkt,
der hat das alles nicht verdient.

Ruth-Ursula Westerop, 1927-2010
www.ruth-ursula-westerop.de






Herzlichst Margot

Sonntag, 29. Dezember 2013

Jahreswechsel

... ich glaube ich beende die letzten Tage in diesem alten Jahr, mit Verse die dieses Jahr beleuchten. Sie zeigen auf, was auch ich, der Mensch, über das Jahr so denkt. Natürlich könnte ich es auch ohne Versform beschreiben, aber es wäre ein Drama. Wer möchte am Jahresende ein Drama lesen? Nein, ich bestimmt nicht ... so ist dieses Drama in einer Versform gut verpackt und ich lese es gerne. Natürlich habe ich die Hoffnung, ihr seht es wie ich ... 


Jahreswechsel

Das alte Jahr
hat seine Koffer schon gepackt.
Ein Haufen schmutz`ger Wäsche 
bleibt noch liegen.
Fürs nächste Jahr wird er verschnürt
und eingepackt
mit Resten ungetaner Dinge,
die fast wie Tonnen wiegen.


Das neue Jahr steht an der Tür,
so jung und frisch,
was daraus wird, das kann man heute
noch nicht sehen.
Vielleicht fegt es die alten Sachen
mal vom Tisch.
Hängt davon ab, in welcher Weise wir
mit ihm umgehen.

Hängt davon ab,
ob wir die Zeit
gedankenlos verprassen,
ob wir vom Geltungsdrang
und Fortschritt ganz besessen,
ob wir uns dann vom Stress
ganz unterkriegen lassen,
dabei uns selbst und
alle Freunde glatt vergessen.

Hängt davon ab,
ob wir Romantik und 
Gefühle stets verdrängen
und glauben, was so viele
uns seit Jahren schon versprechen,
auch ob wir unaufhaltsam
unterliegen allen jenen Zwängen,
für die wir pausenlos und 
stets auf Neue blechen.


Nun ja, wer hat wohl keine
Wünsche für die Zukunft offen.
Bescheidenheit ist selten,
doch wär sie wirklich angebracht,
denn jene, die von Neid und Gier
und Größenwahn betroffen,
sie haben auf der Welt 
so manches Elend schon entfacht.

Fast bin ich’s müde,
Jahr für Jahr die gleichen
Wünsche auszusprechen,
wie auch die Friedenstaube,
die man ignoriert,
denn nichts hat sich geändert
an den Weltverbrechen.
Ohnmächtig schaut man zu,
was da passiert.

Hört auf, die Menschen,
Tiere und die Erde zu verletzen!
Lasst doch die Waffen schweigen,
seid nicht stur.
Hört auf, die Menschen
gegenseitig aufzuhetzen!
Besinnt Euch drauf,
dass alle wir ein Wunder der Natur.
Ruth-Ursula Westerop , 1927-2010
www.ruth-ursula-westerop.de





Samstag, 28. Dezember 2013

Das Jahr geht vorbei ...

... nun geht das Jahr sehr schnell vorbei, es sind nur noch ein paar Tage. Da kann oder muss man sehr viel über das alte Jahr nachdenken. Einige kluge Menschen haben es schon vor mir getan und es in Verse ausgedrückt ... ich habe es auch getan, über sehr vieles nachgedacht, aber ich habe es nicht in Verse gefasst, so wie ruth-ursula-westerop ... deshalb lasse ich sie hier sprechen. 





Das alte Jahr

Das alte Jahr hat viel gebracht,
speziell warn´s Turbulenzen.
Die Gier hat es so krank gemacht.
Jetzt spüren wir die Konsequenzen.

Ganz sachte, leider reichlich spät
erkennt man nun, was falsch, was richtig,
es wächst die Solidarität,
die grad in Notzeiten so wichtig.

Das nächste Jahr wird vieles ändern.
So manches ist zu korrigieren.
Nicht nur bei uns, in allen Ländern,
um diese Gier auszuradieren.

Vom Westen weht ein neuer Wind.
Die Hoffnung treibt er vor sich her,
dass sich die Menschen einig sind,
denn Einigkeit macht’s halb so schwer.



Die Wunschliste fürs nächste Jahr
wird noch für weitre Jahre reichen,
denn dort, wo mal Vertrauen war,
sind Defizite auszugleichen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt sagt man,
drum bleibt uns da noch alles offen,
mit einem Lächeln dann und wann,
das Allerbeste nun zu hoffen.

Es gab schon Zeiten, die viel schlimmer,
die kosteten viel Mut und Kraft,
ob Rezessionen, was auch immer,
da haben wir’s doch auch geschafft.

Die Welt ist trotzdem noch sehr schön.
Lasst euch das Leben nicht vermiesen.
Braucht nur die Felder anzusehn,
wenn dort die Blumen sprießen.



Und grade das wünsch ich uns allen,
dass wir das Lachen unterdessen,
anstatt ins Grübeln zu verfallen,
im nächsten Jahr nicht ganz vergessen.

Ruth-Ursula Westerop, 1927-2010
www.ruth-ursula-westerop.de




Freitag, 27. Dezember 2013

... nun bin ich wieder da

... nun bin ich wieder da, so schnell gehen die Feiertage vorbei und das Tannenbäumchen hat in diesem Jahr oder nach Neujahr, ausgedient. Ich habe die Hoffnung, ihr habt die Feiertage sehr gut verbracht und Geschenke verschenkt und Geschenke erhalten. Vielleicht waren es nicht immer "große" Geschenke, aber sie haben euch trotzdem Freude gebracht, was ich vermute. Es kommt doch nicht immer darauf an, was man schenkt, sondern wie man schenkt ... und Familien mit Kindern wird das Fest eine große Freude gewesen sein. Da denke ich an meine Kindheit und bin mir ziemlich sicher ...

Mit einem Gedicht von Christian Morgenstern möchte ich dieses Weihnachtsfest verabschieden ...




 Es war einmal ein Tännelein
mit braunen Kuchenherzlein
und Glitzergold und Äpflein fein
und vielen bunten Kerzlein:
das war am Weihnachtsfest so grün
als fing es eben an zu blühn.

Doch nach nicht gar zu langer Zeit,
da stands im Garten unten
und seine ganze Herrlichkeit
war, ach, dahingeschwunden.

Die grünen Nadeln war´n verdorrt
die Herzlein und die Kerzen fort.
Bis eines Tags der Gärtner kam
den fror zu Haus im Dunkeln,


und es in seinen Ofen nahm-
Hei! Tats da sprühn und funkeln!
Und flammte jubelnd himmelwärts
in hundert Flämmlein in Gottes Herz.

Christian Morgenstern
1871-1914



Und für die Zukunft möchte ich euch, liebe Menschen, diese klugen Sprüche von Seneca auf den weiteren Lebensweg mitgeben ...


Leben muss man ein Leben lang lernen, und, darüber wirst 
du dich vielleicht am meisten wundern: ein Leben lang muss
man sterben lernen.


Stets glücklich zu sein und ohne Schmerz durchs Leben zu 
gehen heisst, nur eine Seite der Natur zu kennen.


Weise Lebensführung gelingt keinem Menschen durch Zufall,
man muss, solange man lebt, lernen, wie man leben soll.



Montag, 23. Dezember 2013

Ein frohes Weihnachtsfest ...

... möchte ich allen lieben Menschen wünschen, die mein Blog besuchen, ich werde mir eine kurze Auszeit nehmen und mich nach den Weihnachtsfeiertagen zurückmelden. 
Es freut mich sehr, dass ich so viele Leser/innen gefunden habe denen mein Lesestoff gefällt. Dafür möchte ich mich bei euch recht herzlich bedanken.

Ich wünsche euch allen ...



... und hoffe, ihr kommt alle gesund und munter durch die Weihnachtsfeiertage. 





Morgen, Kinder, wird’s was geben

Morgen, Kinder, wird’s was geben,
morgen werden wir uns freun!
Welch ein Jubel, welch ein Leben
wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
heißa, dann ist Weihnachtstag!

Wie wird dann die Stube glänzen
von der großen Lichterzahl!
Schöner als bei frohen Tänzen
ein geputzte Kronensaal.
Wisst ihr noch, wie vor’ges Jahr
es am Heil’gen Abend war?

Wisst ihr noch die Spiele, Bücher
und das schöne Hottepferd,
schöne Kleider, wollne Tücher,
Puppenstube, Puppenherd?
Morgen strahlt der Kerzen Schein,
morgen werden wir uns freun!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Sonntag, 22. Dezember 2013

Unsere schöne Welt ...

... am heutigen Tag ist 4. Advent und wenn ich das Wetter beobachte, straft es mich der Lüge. Es ist warm und ich denke eher an Ostern, es sind ca. 10° Wärme, eine verrückte Welt. Geht mein Blick zurück in meine Kindheit, dann sehe ich stets weiße Weihnachten. Ach was war das für eine schöne Zeit ... und heute denke ich an die Geschichte vom Weltuntergang? Nein, sie wird nicht untergehen aber ... das Denken daran bleibt und wie wir diese schöne Welt zerstören ... zerstören durch ... diese Geschichte beschreibt es. Es fängt ganz harmlos an ...

Wie wir unsere Welt zerstören ...

Der Weltuntergang meine Damen und Herren wird nach dem was man heute so weiß etwa folgendermaßen vor sich gehen:
Am Anfang wird auf einer ziemlich kleinen Insel im südlichen Pazifik ein Käfer verschwinden ein unangenehmer und alle werden sagen Gott sei Dank ist dieser Käfer endlich weg dieses widerliche Jucken, das er brachte und er war immer voller Dreck.
Wenig später werden die Bewohner dieser Insel merken daß am Morgen früh wenn die Vögel singen eine Stimme fehlt eine hohe eher schrille wie das Zirpen einer Grille die Stimme jenes Vogels dessen Nahrung es ist klar der kleine dreckige Käfer war.
Wenig später werden die Fischer dieser Insel bemerken daß in ihren Netzen eine Sorte fehlt jene kleine aber ganz besonders zarte die –
hier muß ich unterbrechen und erwähnen daß der Vogel mit der eher schrillen Stimme die Gewohnheit hat oder gehabt haben wird in einer langen Schlaufe
auf das Meer hinaus zu kehren und während dieses Fluges seinen Kot zu entleeren und für die kleine aber ganz besonders zarte Sorte Fisch war dieser Kot das tägliche Brot.
Wenig später werden die Bewohner des Kontinents in dessen Nähe die ziemlich kleine Insel im Pazifik liegt bemerken daß sich überall an den Bäumen auf den Gräsern an den Klinken ihrer Türen auf dem Essen an den Kleidern auf der Haut und in den Haaren winzige schwarze Insekten versammeln die sie niemals gesehen und sie werden's nicht verstehen denn sie können ja nicht wissen daß die kleine aber ganz besonders zarte Sorte Fisch die Nahrung eines größeren gar nicht zarten Fisches war welcher seinerseits nun einfach eine andere Sorte jagte einen kleinen gelben Stichling von selbem Maß der vor allem diese schwarzen Insekten fraß.
Wenig später werden die Bewohner Europas also wir merken daß die Eierpreise steigen und zwar gewaltig und die Hühnerfarmbesitzer werden sagen daß der Mais aus dem ein Großteil des Futters für die Hühner besteht vom Kontinent in dessen Nähe die ziemlich kleine Insel im Pazifik liegt plötzlich nicht mehr zu kriegen sei wegen irgendeiner Plage von Insekten die man mit Giften erfolgreich abgefangen nur leider sei dabei auch der Mais draufgegangen.
Wenig später jetzt geht es immer schneller kommt überhaupt kein Huhn mehr
auf den Teller. Auf der Suche nach Ersatz für den Mais im Hühnerfutter hat man den Anteil an Fischmehl verdoppelt doch jeder Fisch hat heutzutage halt seinen ganz bestimmten Quecksilbergehalt bis jetzt war er tief genug um niemand zu verderben doch nun geht's an ein weltweites Hühnersterben.
Wenig später werden die Bewohner jener ziemlich kleinen Insel im südlichen Pazifik erschreckt vom Ufer in die Häuser rennen weil sie das was sie gesehen haben absolut nicht kennen. Die Flut hat heute und dazu muß man bemerken der Himmel war blau und Wind gab es keinen und der Wellengang war niedrig wie stets bei schönem Wetter und trotzdem lagen heute nachmittag die Ufer der Insel unter Wasser und natürlich wußte niemand daß am selben Tage auf der ganzen Welt die Leute von den Ufern in die Häuser rannten und die Steigung des Meeres beim Namen nannten.
Wenig später werden die Bewohner jener ziemlich kleinen Insel im südlichen Pazifik von den Dächern ihrer Häuser in die Fischerboote steigen um in Richtung jenes Kontinents zu fahren wo seinerzeit die Sache mit dem Mais passierte. Doch auch dort ist das Meer schon meterhoch gestiegen und die Städte an der Küste und die Häfen die liegen schon tief unter Wasser denn die Sache ist die man mußte das gesamte Federvieh also sechs Milliarden Stück vergiftet wie es war verbrennen und der Kohlenstaub der davon entstand gab der Atmosphäre durch Wärme und Verbrennung schon bis anhin strapaziert den Rest. Sie ließ das Sonnenlicht wie bisher herein aber nicht mehr hinaus wodurch sich die Luft dermaßen erwärmte daß das Eis an den Polen zu schmelzen begann die Kälte kam zum Erliegen und die Meere stiegen.
Wenig später werden die Leute die mittlerweile in die Berge flohen hinter den Gipfeln weit am Horizont ein seltsam fahles Licht erblicken und sie wissen nicht was sie denken sollen denn man hört dazu ein leises Grollen und wenn einer der Älteren jetzt vermutet daß nun der Kampf der Großen beginnt um den letzten verbleibenden Raum für ihre Völker da fragt ein anderer voller Bitterkeit wie um Himmels willen kam es soweit?
Tja meine Damen und Herren das Meer ist gestiegen weil die Luft sich erwärmte die Luft hat sich erwärmt weil die Hühner verbrannten die Hühner verbrannten weil sie Quecksilber hatten Quecksilber hatten sie weil Fisch gefuttert wurde Fisch hat man gefuttert weil der Mais nicht mehr kam der Mais kam nicht mehr weil man Gift benutzte das Gift mußte her weil die Insekten kamen die Insekten kamen weil ein Fisch sie nicht mehr fraß der Fisch fraß sie nicht weil er gefressen wurde gefressen wurde er weil ein anderer krepierte der andere krepierte weil ein Vogel nicht mehr flog der Vogel flog nicht mehr weil ein Käfer verschwand dieser dreckige Käfer der am Anfang stand.
Bleibt die Frage stellen Sie sie unumwunden warum ist denn dieser Käfer verschwunden?
Das meine Damen und Herren ist leider noch nicht richtig geklärt ich glaube aber fast er hat sich falsch ernährt. Statt Gräser zu fressen fraß er Gräser mit Öl statt Blätter zu fressen fraß er Blätter mit Ruß statt Wasser zu trinken trank er Wasser mit Schwefel - so treibt man auf die Dauer an sich selber eben Frevel.
Bliebe noch die Frage ich stell mich schon drauf ein wann wird das sein?
Da kratzen sich die Wissenschaftler meistens in den Haaren sie sagen in zehn in zwanzig Jahren in fünfzig vielleicht oder auch erst in hundert ich selber habe mich anders besonnen ich bin sicher der Weltuntergang meine Damen und Herren hat schon begonnen.
von Micha

Und ich habe die Hoffnung, dass man dieses Unglück noch aufhalten kann ... aber nur, wenn man es auch möchte.

Allen Menschen wünsche ich einen wunderschönen 4. Advent.


Samstag, 21. Dezember 2013

Bald nun ist Weihnachtszeit ...


... nun ist wirklich bald Weihnachten, und ich war heute einkaufen. Was ich


Astrid Kirchhoff_pixelio.de


wollte habe ich bekommen, aber ich habe so einige Wünsche verworfen. Denn für mich ist es eine normale Woche ... na gut, mit Hang zu weihnachtlichem Flair. Man kann dieses Fest nicht umgehen ... 


Andreas Hermsdorf_pixelio.de

Vom Schenken

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen,
sei dein Gewissen rein.

Schenke herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so dass die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
dass dein Geschenk - 
Du selber bist.

Joachim Ringelnatz


Astrid Kirchhoff_pixelio.de

Alle Jahre wieder ...

Draußen, vom Weihnachtsmarkt komm ich her.
Ich muss schon sagen - es weihnachtet sehr!

Denn - überall zwischen den Budenritzen
sah ich eilige Bürger flitzen.
Mit Tüten und Päckchen dick beladen,
im gierigen “RUN” auf die Standauflagen.

Da wurde gewühlt, gefeilscht und gehandelt.
Dann weiter gestöbert, geschaut und gerannt -
Das Handy beständig am Ohr, in der Hand.

Schon zogen sie weiter - ein tosender Sturm,
quer durch die Stadt - von hinten bis vorn.
Ein Drängeln, ein Schubsen, ein Drücken und Schieben,
um bloß noch ein weiteres Schnäppchen zu kriegen.

Und aus allen Boxen dröhnte mit Macht
das Lied von der stillen, heiligen Nacht.
Auf das die Kassen noch süßer klingeln - 
als all die Glöcklein, die weihnachtlich bimmeln.

Doch ist das wirklich der Weihnacht Sinn?
Konsumterror pur von Anbeginn?
Ja, liebe Leute, es scheint so zu sein ....
Und wem das nicht passt, der bleibt besser daheim.

Verkriecht sich im Zimmer und schreibt ein Gedicht -
Auf das sich was ändert - doch`s ändert sich nicht!

Simone Alexandra Friedrich




Freitag, 20. Dezember 2013

Das kleine Geheimnis

... das Wetter begann heute, wie im TV angesagt, mit Regen. Nun sind schon Stunden vergangen und es regnet noch immer. Die Luft liegt schwer, vom Regen vollgesogen, über die Stadt und bringt mir keine Freude. Einkaufen wollte ich, eigentlich, aber wer geht denn gerne, bei diesem Wetter, in die Stadt? Wohin mit dem Regenschirm? Ich habe doch nur 2 Hände, die brauch ich um die Taschen zu tragen, also, ich werde abwarten, bis es nicht mehr regnet. So kann ich noch eine Geschichte erzählen ... die Männer mögen mir vergeben ... :-))


Das kleine Geheimnis



Eines Tages im Garten Eden sagte Eva zu Gott: "Gott, ich habe ein Problem!"
"Was ist das Problem, Eva?"
"Gott, ich weiß, dass Du mich erschaffen hast, mir diesen wunderschönen Garten und all diese fabelhaften Tiere und diese zum totlachen komische Schlange zur Seite gestellt hast, aber ich bin einfach nicht glücklich."
"Warum bist Du nicht glücklich, Eva?" kam die Antwort von oben.
"Gott, ich bin einsam, und ich kann Äpfel einfach nicht mehr sehen."
"Na gut, Eva, in diesem Fall habe ich die Lösung für Dein Problem. Ich werde für Dich einen Mann erschaffen und ihn Dir zur Seite stellen.."
"Was ist ein Mann, Gott?"
"Dieser Mann wird eine missratene Kreatur sein, mit vielen Fehlern und schlechten Charakterzügen. Er wird lügen, Dich betrügen und unglaublich eitel und eingebildet sein. Im Großen und Ganzen wird er Dir das Leben schwer machen. Aber er wird größer, stärker und schneller sein und er wird es lieben zu jagen und Dinge zu töten. Er wird dümmlich aussehen, wenn er erregt ist, aber da Du Dich ja beschwert hast, werde ich ihn derart beschaffen, dass er Deine körperlichen Bedürfnisse befriedigen wird. Er wird witzlos sein und solch kindische Dinge wie kämpfen und einen Ball herumkicken über alles lieben. Er wird auch nicht viel Verstand haben, so dass er Deinen Rat brauchen wird, um vernünftig zu denken."
"Klingt ja umwerfend", sagte Eva und zog dabei eine Augenbraue ironisch hoch. "Wo ist der Haken, Gott?"
"Also... Du kannst ihn nur unter einer Bedingung haben."
"Welche Bedingung ist das, oh Gott?"
"Wie ich schon sagte, wird er stolz und arrogant sein und sich selbst stets am meisten bewundern. Du wirst ihn daher im Glauben lassen müssen, dass ich ihn zuerst geschaffen hatte. Denk dran, das ist unser beider kleines Geheimnis... Du weißt schon, von Frau zu Frau."



Donnerstag, 19. Dezember 2013

Kosmonaut und der Gehirnchirurg ...

... heute habe ich nicht viel Zeit, habe einige Dinge erledigt und die Zeit verging wie im Flug. Gegen Abend schaute ich aber ins Internet und fand diese kleine nette Geschichte. Ich finde sie sehr interessant und sie regt zum Nachdenken an, oder ? 

Kosmonaut und der Gehirnchirurg ...


Eines schönen Tages trafen sich ein russischer Gehirnchirurg und ein Kosmonaut. Sie philosophierten über Gott und die Welt. Der christliche Gehirnchirurg fand jedoch nur wenig Verständnis für seinen Glauben. Hör zu, sagte der Kosmonaut, ich bin schon sehr oft ins All geflogen, habe die Erde mehrere hundert Male umrundet und mit hochauflösenden Fernrohren ins All geschaut, aber ich habe noch nie Gott gesehen. Glaube mir, sagte der Gehirnchirurg, ich habe schon Hunderte Gehirne von ach so schlauen Menschen operiert und ich habe noch nie auch nur einen einzigen Gedanken gesehen...

Herzlichst Margot

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Das große und das kleine NEIN

... es sind noch 7 Tage bis Weihnachten und meine Gedanken gehen seltsame Wege. Ich habe noch, nicht nur bis zum Weihnachtsfest, einiges zu erledigen. Und, ich mag "Einiges" gar nicht, was ich zu erledigen habe. Und so frage ich mich, darf ich "Nein" sagen zu diesen ungeliebten Dingen? Sie sind über Jahre gewachsen, diese ungeliebten Dinge, weil ich wohl nicht eindeutig "Nein" sagte. Darf ich es nun zur jetzigen Zeit ... muss ich es zur heutigen Zeit sagen, "Nein"?!
Bei diesen Überlegungen ist mir diese kleine Geschichte eingefallen ... sie gibt mir Unterstützung, oder? Na, mal sehen ...


Das große und das kleine NEIN



Das kleine Nein sitzt auf einer Bank im Park und isst Schokolade. Es ist wirklich sehr klein, richtig winzig und ganz leise. Da kommt eine große, dicke Frau und fragt: "Darf ich mich zu dir setzen?" Das kleine Nein flüstert leise: "Nein, ich möchte lieber allein sitzen." Die große dicke Frau hört nicht hin und setzt sich auf die Bank.
Da kommt ein Junge angerannt und fragt: "Darf ich deine Schokolade haben?" Das kleine Nein flüstert wieder: "Nein, ich möchte sie gerne selber essen." Aber der Junge hört nicht hin, nimmt dem kleinen Nein die Schokolade weg und beginnt, sie zu essen.
Da kommt ein Mann vorbei, den das kleine Nein schon oft im Park gesehen hat und sagt: "Hallo, Kleine. Du siehst nett aus, darf ich dir einen Kuss geben?" Das kleine Nein flüstert zum dritten Mal: "Nein. Ich will keinen Kuss!" Aber auch der Mann scheint nicht mehr zu verstehen, geht auf das kleine Nein zu und macht schon einen Kussmund.
Nun verliert das kleine Nein aber endgültig die Geduld. Es steht auf, reckt sich in die Höhe und schreit aus vollem Hals: "Neiiin!" Und noch mal: "Nein, Nein, Nein! Ich will allein auf meiner Bank sitzen, ich will meine Schokolade selbst essen, und ich will nicht geküsst werden. Lasst mich sofort in Ruhe"
Die große, dicke Frau, der Junge und der Mann machen große Augen: "Warum hast du das nicht gleich gesagt!" und gehen ihrer Wege. Und wer sitzt jetzt auf der Bank? Nein, nicht ein kleines Nein, sondern ein großes Nein. Es ist groß, stark und laut, und es denkt: " So ist das also. Wenn man immer leise und schüchtern Nein sagt, hören die Leute nicht hin. Man muss schon laut und deutlich Nein sagen."
So ist aus dem kleinen Nein ein großes Nein geworden.
(Gisela Braun)

Und ... soll ich auch so handeln? Vielleicht ... in manchen Dingen wäre es angebracht.



Dienstag, 17. Dezember 2013

Der kleine Junge im Stollen ...

... es ist Montag und die Sonne scheint ins Fenster. Nein, es ist kein Sommer, die Temperatur liegt gerade so über den Gefrierpunkt, aber das Wetter sieht angenehmer aus, angenehmer als in den vergangenen grauen Tagen. Und, ich sehe, ich muss noch die Fenster putzen, die von der Sonne angestrahlt werden und es mir jetzt diskret aufzeigt ...
Dabei möchte ich mich in die Ecke setzen und warten ... das Weihnachten vorbei ist. 
Doch vorher lese ich noch ein paar Geschichten die mir gefallen, trotzdem es keine Weihnachtsgeschichten sind. Na gut, heute schreibe ich hier nur eine Geschichte auf, sie zeugt von Vertrauen, eine Geschichte ... was wohl im Leben sehr, sehr wichtig ist.

Der kleine Junge im Stollen


Es war einmal ein kleiner Junge, der in einen tiefen Stollen fiel. Die Feuerwehrleute und alle aus seinem Dorf scharten sich um ihn. Jedes Mal, wenn jemand in den Stollen schaute, fing der Junge zu weinen an, dass alle Angst bekamen. Alle machten sich Sorgen um den Verletzen. Nur die Eltern nicht.


Der Vater trat an den Rand der Grube, nachdem alle Rettungsversuche gescheitert waren. Da begann der Junge wieder zu weinen. Doch der Vater blieb stehen und meinte mit beruhigender Stimme: "Hab keine Angst, ich bin es, dein Papa. Du brauchst dich nicht vor der Dunkelheit zu fürchten. Jedes Mal wenn es dunkel wird, bin ich es." Da hörte der Kleine auf zu weinen.

Er hatte keine Angst mehr vor dem Schatten, der auf ihn fiel, wenn jemand an den Schacht trat. So konnte ihm sein Vater ein Seil runter lassen und ihm Anweisungen geben, so dass er herausgezogen werden konnte. Er hatte nur leichte Verletzungen. Dank seinem Vater. Er wäre gestorben, wenn sein Vater nicht den rettenden Gedanken gehabt hätte.

Seit diesem Tag hatte der Junge, den dieses Erlebnis etwas erwachsener gemacht hatte, keine Angst mehr vor sonst so unheimlichen Schatten. Jedes Mal, wenn er den Anschein von Schauer hatte, dachte er an die Worte seines Vaters: "Wenn es dunkel wird, dann bin ich es, hab keine Angst!" Und gleich fühlte er sich stark und sicher.

von Danni "loewe"

Montag, 16. Dezember 2013

Heißer Apfeltraum ...

... es war gestern 3. Advent, ich war spazieren und es war mir kalt, also schaute ich nach warmen Getränken, als ich wieder Zuhause war. Nein, nicht nach Kaffee oder Tee, das trinke ich ja täglich, nein, nach etwas, was mich richtig durchwärmte. Mein Suchen hat geholfen, ich habe herrlichen Punsch gefunden ... den Ersten hier, kann man mit oder ohne Alkohol trinken. Ohne Alkohol also etwas für jeden Tag, aber ich habe den klassischen Glühwein genommen, und war sehr schnell durchgewärmt. Vor allem, er hat wunderbar geschmeckt ...   


Heißer Apfeltraum 


Zubereitung

  • 6 TL Früchtetee (mit Äpfel, Zitrusschalen, Hibiskusblüten und Zimtrinde)
  • 1/2 l Heißes Wasser
  • 1 l Apfelsaft
  • 2 TL Bienenhonig
  • 1 Stk. unbehandelte Orange (Saft)
  • 1 Stk. unbehandelte Limette (Saft)
  • 1/2 Zimtstange
  • 2 Stk. Gewürznelken
  • 2 cl Calvados

Den Früchtetee mit dem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Dann in einen Topf abseihen. Apfelsaft, Honig, Orangen- und Limettensaft hinzufügen und alles gut verrühren. Orangen- und Limettenschale, Zimtstange und Gewürznelken untermischen. Alles bis kurz vor den Siedepunkt erhitzen. Vom Herd nehmen, in eine feuerfeste Punschterrine abseihen und den Calvados unterrühren. 


Klassischer Glühwein 


Zubereitung

  • 6 Stk  Gewürznelken
  • 1/2 Stk Orange
  • 70 cl Rotwein
  • 30 cl Wasser
  • 1 Stk  Zimtstange
  • 9 EL Zucker



Die Orangen in Scheiben schneiden und mit den Gewürznelken spicken.
Danach alle anderen Zutaten in einen große Topf geben und das ganze
langsam erhitzen (nicht kochen lassen - nur ziehen) und regelmäßig umrühren.
Nach ca. 10 Minuten kann der Glühwein heiß serviert werden.

Tipp:
Zusätzlich können auch noch ein bis zwei Scheiben Zitronenscheiben zugeben werden, das macht den Geschmack noch etwas frischer und fruchtiger. 

Und ich muss sagen, ich habe mich richtig wohlig gefühlt ...

Sonntag, 15. Dezember 2013

Christkindl Ahnung im Advent ...

... heute ist der 3. Advent, noch 10 Tage und Weihnacht steht vor der Tür. Jetzt wird sich noch einmal besonnen, was muss ich einkaufen, um die Festtage gut zu überstehen ... Da denke ich fast immer nur ans Essen, und ich brauche noch Kartoffeln, um am Heiligabend Kartoffelsalat mit Würstchen zu machen. Ach ja, Würstchen brauche ich auch noch ... na, ich möchte nicht in Hektik verfallen, ich habe ja noch eine Woche zeit. Die ich in aller Ruhe nutzen werde, um "mein" Weihnachtsfest  gut zu gestalten ...

Es ist sogar noch Zeit, um eine Weihnachtsgeschichte zu erzählen ...


Christkindl Ahnung im Advent

Erleben eigentlich Stadtkinder Weihnachtsfreuden? Erlebt man sie heute noch? Ich will es allen wünschen, aber ich kann es nicht glauben, daß das Fest in der Stadt mit ihren Straßen und engen Gassen das sein kann, was es uns Kindern im Walde gewesen ist.

Der erste Schnee erregte schon liebliche Ahnungen, die bald verstärkt wurden,wenn es im Haus nach Pfeffernüssen, Makronen und Kaffeekuchen zu riechen begann, wenn am langen Tische der Herr Oberförster und seine Jäger mit den Marzipanmodeln ganz zahme, häusliche Dinge verrichteten, wenn an den langen Abenden sich das wohlige Gefühl der Zusammengehörigkeit auf dieser Insel, die Tag und Tag stiller wurde, verbreitete.

In der Stadt kam das Christkind nur einmal, aber in der Riß wurde es schon Wochen vorher im Walde gesehen, bald kam der, bald jener Jagdgehilfe mit der Meldung herein, daß er es auf der Jachenauer Seite oder hinter Ochsensitzer habe fliegen sehen. In klaren Nächten mußte man bloß vor die Türe gehen, dann hörte man vom Walde herüber ein feines Klingeln und sah in den Büschen ein Licht aufblitzen. Da röteten sich die Backen vor Aufregung, und die Augen blitzten vor freudiger Erwartung.

Je näher aber der Heilige Abend kam desto näher kam auch das Christkind ans Haus, ein Licht huschte an den Fenstern des Schlafzimmers vorüber, und es
klang wie von leise gerüttelten Schlittenschellen. Da setzten wir uns in den Betten auf und schauten sehnsüchtig ins Dunkel hinaus; die großen Kinder aber, die unten standen und auf eine Stange Lichter befestigt hatten, der Jagdgehilfe Bauer und sein Oberförster, freuten sich kaum weniger.

Es gab natürlich in den kleinen Verhältnissen kein Übermaß an Geschenken, aber was gegeben wurde, war mit aufmerksamer Beachtung eines Wunsches gewählt und erregte Freude. Als meine Mutter an einem Morgen nach der Bescherung ins Zimmer trat, wo der Christbaum stand, sah sie mich stolz mit meinem Säbel herumspazieren, aber ebenso frohbewegt schritt mein Vater im Hemde auf und ab und hatte den neuen Werderstutzen umgehängt, den ihm das Christkind gebracht hatte.

Wenn der Weg offen war, fuhren meine Eltern nach den Feiertagen auf kurze Zeit zu den Verwandten nach Ammergau. Ich mag an die fünf Jahre gewesen sein, als ich zum ersten Male mitkommen durfte, und wie der Schlitten die Höhe oberhalb Wallgau erreichte, von wo sich aus der Blick auf das Dorf öffnete, war ich außer mir vor Erstaunen über die vielen Häuser, die Dach an Dach nebeneinander standen. Für mich hatte es bis dahin bloß drei Häuser in der Welt gegeben.
von Ludwig Thoma (1867-1921)