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Samstag, 31. Januar 2015

Der Himmel ist total überfüllt

Heute, wo ich Online gehe, ist der Himmel voller dunkelgrauer Wolken, er sieht aus wie geschlossen. Es ist kein schöner Anblick, wer liebt denn dunkelgrau, jedenfalls am Himmel? Nein, ich bestimmt nicht! Bei diesen meinen Gedanken fällt mir eine Geschichte ein ... es könnte ja sein, dass es daran liegt ...



Der Himmel ist total überfüllt

Petrus und der Chef einigen sich darauf, künftig nur noch Fälle aufzunehmen, die eines besonders spektakulären Todes gestorben sind!

.....Es klopft an der Himmelstür, Petrus sagt:
"NUR NOCH AUSSERGEWÖHNLICHE FÄLLE !"

Der Verstorbene:
"Höre meine Geschichte: ich dachte schon immer, meine Frau betrügt mich. Also komme ich überraschend 3 Stunden früher von der Arbeit - renne wie wild die sieben Stockwerke zu meiner Wohnung rauf, reiße die Tür auf, suche wie ein Wahnsinniger die ganze Wohnung ab.
Und - auf dem Balkon finde ich einen Kerl und der hängt am Geländer.
Also, ich einen Hammer geholt, dem Sack auf die Finger gehauen, der fällt runter und.... landet direkt auf einem Strauch und steht wieder auf....die Sau.
Ich zurück in die Küche, greife mir den kompletten Kühlschrank und schmeiß das Ding vom Balkon: TREFFER!
Nachdem die Sau nun platt ist, bekomm' ich von dem ganzen Stress einen Herzinfarkt."
"O.K.", sagt Petrus, "ist genehmigt, komm rein."

Kurz darauf klopft es wieder....
"Nur außergewöhnliche Fälle", sagt Petrus!
"Kein Problem", sagt der Verstorbene: "Ich mach, wie jeden Morgen, meinen Frühsport auf dem Balkon, stolpere über den beschissenen Hocker, fall über das Geländer und kann mich in wirklich letzter Sekunde ein Stockwerk tiefer am Geländer festhalten.
'Meine Güte', dachte ich.. 'GEIL, was für ein Glück, ich lebe noch.'
Da kommt plötzlich ein völlig durchgeknallter Idiot und haut mir mit dem Hammer auf die Finger, ich stürze ab, lande aber auf einem Strauch und denke, 'DAS GIBT ES NICHT... zum zweiten Mal überlebt!'
Ich schau nach oben und da trifft mich dieser blöde Kühlschrank!"
"O.K.", sagt Petrus, "rein in meinen Himmel."

Und schon wieder klopft es an der Himmelstür - 
"Nur außergewöhnliche Fälle", sagt Petrus!
"Kein Thema", sagt der Verstorbene, "ich sitze nach einer scharfen Nummer völlig nackt im Kühlschrank..."


Jetzt nach dem Erzählen dieser Geschichte, sehe ich, die Wolken sind heller geworden ...


Herzlichst Margot.

Freitag, 30. Januar 2015

Die Geschichte vom erhobenen Zeigefinger

Kann Wetter verrückt sein? Ja, sage ich, denn heute hat es geschneit in großen Flocken aber es blieb nichts liegen. Die Erde war zu warm und der Schnee taute gleich wieder. Zwei Stunden später schien die schönste Sonne und ich dachte, verrückt, was für Wetter-Kapriolen sind heute wieder angesagt und ich freute mich am Schneefall und an der Sonne.
Doch darüber wollte ich jetzt keine Abhandlung schreiben, sondern nur eine Kurzgeschichte erzählen ... 

Die Geschichte vom erhobenen Zeigefinger

Es war einmal ein großer, erhobener Zeigefinger, der sehr unzufrieden war mit seiner eigenen Situation: Überall bekamen die Menschen, denen er vorgehalten wurde, ernst Mienen, schauten ihn ehrfürchtig an und begannen zu grübeln. Nur ganz selten begegnete ihm ein freudiges Gesicht, und der Zeigefinger dachte dann jedes mal, alles sei gar nicht so schlimm. Doch es dauerte immer nur einen Augenblick, dann schauten ihn aus den fröhlichsten Augen betroffene Blicke an.
Dem erhobenen Zeigefinger gefiel das ganz und gar nicht, und so begann er,
den Menschen vorzuhalten, dass sie doch fröhlicher sein sollten, nicht immer so ernst und so verkrampft, nicht ganz so ehrfürchtig, dafür etwas erlöster. Und weil die Menschen, die ihm zuhörten, feststellten, wie wenig fröhlich sie waren, bekamen sie ein schlechtes Gewissen. Und wenn der Zeigefinger ihnen erzählte, dass sie doch an die anderen Menschen denken sollten und sie mit Fröhlichkeit und Freude anstecken sollten, schauten sie betroffen zu Boden.
Je mehr der erhobene Zeigefinger ihnen vorhielt, dass sie doch eigentlich ganz anders sein müssten, eben freudiger, desto mehr verloren sie die Reste an Freude, die noch in ihnen geblieben war.

Nach einiger Zeit gab der Zeigefinger auf. «Die Menschen sind nicht mehr zu ändern», murmelte er leise und hörte auf, ihnen ins Gewissen zu reden. «Vielleicht gibt es die Freude ja gar nicht mehr», dachte er betrübt.
Der nicht mehr so ganz erhobene Zeigefinger begann, seine Aufgabe zu vergessen und er bemerkte, dass er noch andere Fähigkeiten hatte, als sich zu erheben und Moralpredigten zu halten. Und um es einfach einmal auszuprobieren, tat er sich mit einigen anderen Fingern zusammen - insgesamt waren es zehn, glaube ich - und begann zu musizieren. Ganz ohne Absicht, nur aus Spaß an der Musik, ging er nun ganz in seiner neuen Aufgabe auf. Und als er gerade mal einen Augenblick Zeit hatte (sein Nachbar, der Mittelfinger, spielte soeben sein Solo), da bemerkte er viele aufmerksame Gesichter, die ihm zusahen und zuhörten.
Und - was er nicht erwartet hatte - auf den Gesichtern spielte das, was er immer gepredigt hatte: Die Freude.
«Also, so was!» pfiff der Zeigefinger und spielte vergnügt weiter.
A. Tobias

Nein, auch ich möchte keine Moralpredigerin sein, euch nur viel mehr Freude wünschen. Egal an was ihr Freude findet ...

Catharina Elisabeth »Aja« Goethe (1731 - 1808), die Mutter von Johann Wolfgang von Goethe sagte einmal:

"Es gibt doch viele Freuden in der Welt! Nur muß man sich aufs Suchen verstehen, – sie finden sich gewiß, – und das Kleinste nicht verschmähen. Wie viele Freuden werden zertreten, weil die Menschen meist nur in die Höhe gucken, und was zu ihren Füßen liegt, nicht achten."


Donnerstag, 29. Januar 2015

Etwas Lustiges aus dem Alltag

Heute ist wieder so ein Wetter, was ich nicht einordnen kann. Es ist wohl eher für den Abend gedacht ... es macht müde. Na, mal sehen ob ich wach bleibe ... 

Neues Waschmittel

Frau Schmitt zu ihrem Gatten: “Schau mal, mit dem neuen Waschmittel ist dein Hemd schneeweiß geworden!”
“Ooch”, meckert dieser, “das gefiel mir mit den Karos aber besser…..”

Vogelkunde

Ein Zoologie-Student steht mitten im Examen. Der Professor deutet auf einen halb bedeckten Käfig, in dem nur die Beine eines Vogels zu sehen sind.
“Welcher Vogel ist das?”
“Weiss ich nicht.”
“Ihren Namen bitte!”
Da zieht der Student seine Hosenbeine hoch: “Raten Sie mal!”

Wasserlassen

Fragt der Urologe: “Brennt’s beim Wasserlassen?”
Antwort: “Angezündet hab ich’s noch nicht…”

Frühaufsteher

Warum stehen Studenten schon um sechs Uhr auf?
Weil um halb sieben der Supermarkt zu macht.

Diagnose

“Schwer zu sagen, was sie haben”, sagt der Doktor. “Liegt wahrscheinlich am Alkohol.”

“Macht nichts, Herr Doktor. Dann schau’ ich andermal wieder rein, wenn sie nüchtern sind.”



Gut Schütteln

Fragt die Frau ihren Mann: “Warum hüpfst Du denn im Zimmer herum ?”
“Ich habe gerade meine Medizin genommen und vergessen, die Flasche zu schütteln.”



Alter Vater


Kommt ein 94-jähriger in heller Aufregung zum Arzt:
“Herr Doktor, ich versteh es nicht, ich versteh es einfach nicht”, sagt er. “Ich bin 94 Jahre alt, meine Frau ist 25 und kriegt ein Kind. Ich versteh es einfach nicht!”
Sagt der Arzt: “Nun mal ganz ruhig. Stellen Sie sich vor, sie gehen sonntags im Wald spazieren und sehen einen Hasen. Sie legen ihren Spazierstock an, zielen und rufen PENG – und der Hase fällt tot um.”
“Ja, ist doch klar!”, sagt der alte Mann. “Da hat jemand anders geschossen.”
“Sehen sie”, sagt der Arzt. “Sie verstehen es doch…”



„Mutti, erzählst du mir ein Märchen?“ 

„Warten wir doch …
„Mutti, erzählst du mir ein Märchen?“ – „Warten wir doch ab, bis Vati endlich nach Hause kommt. Dann erzählt er uns beiden eins.

Polizist Huber kommt früh von der Nachtschicht nach Hause.

Polizist Huber kommt früh von der Nachtschicht nach Hause. Seine Frau liegt im Bett und scheint zu schlafen. Huber zieht sich im Dunkeln aus. „Schatz“, sagt da seine Frau, „ich habe fürchterlichen Durst, hole mir bitte eine Cola von der Nachttankstelle, ja?“ 
Huber zieht sich die Uniform wieder an und geht los. An der Tankstelle angekommen, fragt ihn der Tankwart:
„Herr Huber, sind Sie nicht mehr bei der Polizei?“ – „Wieso?“ – „Weil Sie eine Feuerwehr-Uniform anhaben …“

Unterhalten sich zwei Nachbarinnen:

Unterhalten sich zwei Nachbarinnen: „Was macht eigentlich dein Mann?“ – „Der ist bei der Kripo.“ – „Und wie gefällt es ihm?“ – „Weiß ich noch nicht. Sie haben ihn erst vor einer Stunde abgeführt.“

Streifen auf der Straße


Ein Malerlehrling soll auf einer Straße den Mittelstreifen aufbringen. Am ersten Tag malt er 3 km, am zweiten Tag 1km, am dritten Tag malt er nur noch 300 Meter. Fragt ihn sein Chef: “Warum läßt du so nach?” Lehrling: “Tja, der Weg zum Farbtopf wird immer länger.”

So, damit möchte ich diesen Beitrag beenden, für den Moment bin ich wach ...




Herzlichst Margot

Mittwoch, 28. Januar 2015

Frühling im Anmarsch


Gestern bin ich wieder bei Annegret Kronenberg gelandet und ich komme nicht von ihr weg. Sie ist eine Dichterin und ihre Worte stehen auch unter Gedichte, aber ich finde ihre Worte sind poetische Träume. Ich träume im Winter und ordne ihre Worte nicht in Jahreszeiten ein ...




Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.

Konfuzius, chin. Philosoph


 Müde

Müde schauen sie aus,
deine Augen.
Das Strahlen der Jugend
ist erloschen.
Sie lachen aber noch so liebevoll
und ehrlich,
dass man dich ständig
anschauen muss.

  © Annegret Kronenberg




 Frühling im Anmarsch

 Ein neuer Frühling im Anmarsch.
Nur mit dir möchte ich ihn erleben.
Noch einmal im Mai mit dir träumen.
Unsere Träume, in denen
unsere Liebe erwachte.
Liebe, die uns nie wieder losließ.

© Annegret Kronenberg




 Kraft zum Leben

Die Zeit mit dir war schön,
erlebnisreich und bunt.
Und nur die Erinnerung
an diese Zeit, schenkt mir
heute die Kraft zum Leben.

© Annegret Kronenberg




 Irrtum

Du kamst zu mir,
in der Hand einen
Strauß Vergissmeinnicht.
Ich glaubte, du brächtest
mir den Frühling ins Haus
und umarmte dich vor Freude.
Du aber kamst, um Abschied
zu nehmen.

© Annegret Kronenberg




 Bunte Träume

Bunte Träume schenkt dir der Mond,
die manchmal in Erfüllung geh'n.
Du musst nur daran glauben,
dann wirst du hundert Wunder seh'n.

Bunte Träume sollen dich tragen
auf Reisen in ein Wunderland.
Was du auch wünscht wird dir begegnen,
du hast es selbst in deiner Hand.

© Annegret Kronenberg




Wunder

Wenn keiner mehr an Wunder glaubt,
wird es dunkel in der Welt,
wird alle Hoffnung begraben.
Darum sendet Licht in die Welt,
damit Wunder geschehen
und Hoffnungen wachsen können.

© Annegret Kronenberg




Dienstag, 27. Januar 2015

Auf der Suche

Es ist ein müdes Wetter, es regnet den ganzen Tag, gemischt mit ein paar Schneeflocken, die mich erinnern, es ist noch Winter. Meine Gedanken sind nicht auf Winter ausgelegt, sie sind unruhig und möchten in alle Ecken kriechen. Da kommen mir die Gedichte von Annegret Kronenberg recht, sie lassen mich aus dieser Stimmung entfliehen. Vielleicht kann ich euch mitnehmen ... in eine Welt schöner Worte. Ich habe heute Sehnsucht nach Wärme, nach Sommer ...





Auf der Suche

von Annegret Kronenberg

Meine Seele irrte auf
dem Weg der Einsamkeit.
Dort fand sie einen Stein,
einen kostbaren Edelstein.
Sie fand dich.




Fröhlichkeit ins Herz holen

von Annegret Kronenberg

 Wenn die dunklen Tage anbrechen,
das Herz mir so schwer wird,
bestecke ich den großen Krug
mit grünen Kiefernzweigen,
zünde eine große Kerze an
und lausche der Musik
aus früheren Zeiten.
Erinnerungen an schöne Jahre
erwachen, schenken meinem
Herzen wieder Fröhlichkeit





SZENENWECHSEL

von Annegret Kronenberg

Endlich hat das Leid seinen
schwarzen Samtmantel abgelegt.
Aber das Glück hat
sich verändert.
Es strahlt nicht mehr
wie einst, sondern verteilt
 jetzt bedingungslos Liebe.




RÄTSEL

von Annegret Kronenberg

 Jeden Tag gibst du mir
neue Rätsel auf.
Anfangs machte es mir Spaß,
sie zu lösen.
Heute ist es mir zu anstrengend geworden.




EIN NICHTSNUTZIGER TAG
von Annegret Kronenberg

Einen nichtsnutzigen Tag
gibt es gar nicht.
Etwas bringt jeder Tag
und sei es eine Versöhnung
mit uns selbst.




VERTRÄUMTE ZEIT

von Annegret Kronenberg

 Schließe einfach einmal
die Augen und träume.
Das entspannt die Seele
und sie kann Kraft und Freude
schöpfen, um den Forderungen
des Lebens wieder Stand zu halten
und die gesetzten Ziele zu erreichen.



Montag, 26. Januar 2015

Das wohlfeile Mittagessen

Heute nur eine Kurzgeschichte und ein paar Sprüche in meinem Beitrag. Die Zeit läuft mir weg, weil ich auch noch Biathlon schauen muss. :-) Diese Sportart ist für mich eine große Freude. Da kann ich sogar aufs Essen verzichten ... nur wenn es unbedingt sein muss. :-) 


Das wohlfeile Mittagessen

Es ist ein altes Sprichwort: »Wer andern eine Grube gräbt, fällt selber darein.« – Aber der Löwenwirt in einem gewissen Städtlein war schon vorher darin. Zu diesem kam ein wohlgekleideter Gast. Kurz und trotzig forderte er ein Stück Rindfleisch und ein Gemüse – für sein Geld. Der Wirt fragte ganz höflich ob ihm nicht auch ein Glas Wein beliebe? »O freilich ja!« ,erwiderte der Gast, »wenn ich etwas Gutes haben kann für mein Geld.«
Nachdem er sich alles hatte wohl schmecken lassen, zog er einen abgeschliffenen Sechser aus der Tasche und sagte: »Hier, Herr Wirt, ist mein Geld.« Der Wirt sagte: »Was soll das heißen? Seid Ihr mir nicht einen Taler schuldig?« Der Gast erwiderte: »Ich habe für keinen Falter Speise von Euch verlangt, sondern für – mein Geld. Hier ist mein Geld. Mehr hab ich nicht. Habt Ihr mir zu viel dafür gegeben, so ist's Eure Schuld.«
Dieser Einfall war eigentlich nicht weit her. Es gehörte nur Unverschämtheit dazu und ein unbekümmertes Gemüt, wie es am Ende ablaufen werde. Aber das Beste kommt noch.
»Ihr seid ein durchtriebener Schalk«, erwiderte der Wirt, »und hättet wohl etwas anderes verdient. Aber ich schenke Euch das Mittagessen und hier noch ein Vierundzwanzigkreuzer-Stück dazu. Nur seid stille zur Sache und geht zu meinem Nachbarn, dem Bärenwirt, und macht es ihm ebenso.«
Das sagte er, weil er mit seinem Nachbarn, dem Bärenwirt, aus Brotneid in Unfrieden lebte und einer dem andern jeglichen Tort und Schimpf gerne antat und erwiderte. Aber der schlaue Gast griff lächelnd mit der einen Hand nach dem angebotenen Geld, mit der andern vorsichtig nach der Türe, wünschte dem Wirt einen guten Abend und sagte: »Bei Eurem Nachbarn, dem Herrn Bärenwirt, bin ich schon gewesen. Und eben der hat mich zu euch geschickt und kein anderer.«
So waren im Grunde Beide hintergangen – und der Dritte hatte den Nutzen davon. Abe der listige Kunde hätte sich noch obendrein einen schönen Dank von Beiden verdient, wenn sie eine gute Lehre daraus gezogen und sich miteinander ausgesöhnt hätten. Denn Frieden ernährt, aber Unfrieden verzehrt.
Johann Peter Hebel


Was ein Wort bedeutet, kann ein Satz nicht sagen. 
Ludwig Wittgenstein (1889-1951), östr. Philosoph

Ein Vornehmer schämt sich, wenn seine Worte besser sind als seine Taten. 
Konfuzius (551-479 v.Chr.), chin. Philosoph, 
 China

Der Unterschied zwischen dem richtigen Wort und dem beinahe richtigen ist derselbe Unterschied wie zwischen dem Blitz und einem Glühwürmchen.
Mark Twain

Nicht Worte sollen wir lesen, sondern den Menschen, den wir hinter den Worten fühlen.
Samuel Butler



Sonntag, 25. Januar 2015

Ein dichterisches Durcheinander

Ein dichterisches Durcheinander möchte ich heute freigeben, es soll Freude bereiten aber auch nachdenklich machen. Besonders wenn es ums Essen geht, waren die früheren Auseinandersetzungen wohl etwas milder, trotzdem frech, jedenfalls, wenn ich die Geschichten lese aus vergangenen Zeiten. Mögen sie wahr oder unwahr sein, sie sind amüsant ...


 Worte sind wild, frei, unverantwortlich und nicht zu lehren. Natürlich kann man sie einfangen, einsortieren und sie in alphabetischer Reihenfolge in Wörterbücher stecken. Aber dort leben sie nicht. 
sagte Virginia Woolf (1882-1941), engl. Dichterin


Letzte Warnung

Wenn wir nicht aufhören
uns mit unseren kleinen
täglichen Sorgen
und Hoffnungen
unserer Liebe
unseren Ängsten 
unserem Kummer
und unserer Sehnsucht 
zu beschäftigen
dann geht die Welt unter

Und Wenn wir aufhören
uns mit unseren kleinen
täglichen Sorgen
und Hoffnungen
unserer Liebe
unseren Ängsten 
unserem Kummer
und unserer Sehnsucht 
zu beschäftigen
dann ist die Welt untergegangen

Erich Fried (1921-1988) 


Eine merkwürdige Abbitte

Zwei Männer saßen in einem benachbarten Dorf zu gleicher Zeit im Wirtshaus. Aber der eine von ihnen hatte bösen Leumund wegen allerlei – und es ihn und den Iltis niemand gern auf seinem Hof. Aber beweisen vor dem Richter konnte man ihm nichts.
Mit dem bekam der andere Zwist im Wirtshaus und im Unwillen und weil er ein Glas Wein zu viel im Kopfe hatte, sagte er zu ihm: »Du schlechter Kerl!« Damit kann einer zufrieden sein, wenn er's ist und braucht nicht mehr. Aber der war nicht zufrieden, wollte noch mehr haben, schimpfte auch und verlangte Beweis. Da gab ein Wort das andere und es hieß: »Du Spitzbub! Du Felddieb!« Damit war er noch nicht zufrieden, sondern ging vor den Richter.
Da war nun freilich derjenige, welcher geschimpft hatte, übel dran. Leugnen wollt' er nicht, beweisen konnt' er nicht, weil er für das, was er wohl wusste, keine Zeugen hatte, sondern er musst einen Gulden Strafe erlegen, weil er einen ehrlichen Mann Spitzbube geheißen habe und ihm Abbitte tun und dachte bei sich selber: »Teurer Wein!«
Als er aber die Strafe erlegt hatte, sagte er: »Also einen Gulden kostet es, gestrenger Herr, wenn man einen ehrlichen Mann einen Spitzbuben nennt? Was kostet's denn, wenn man einmal in der Vergesslichkeit oder sonst zu einem Spitzbuben sagt: ›Ehrlicher Mann!‹« Der Richter lächelte und sagte: »Das kostet nichts – und damit ist niemand geschimpft.«
Hierauf wendete sich der Beklagte zu dem Kläger um und sagte: »Es ist mir leid, ehrlicher Mann! Nichts für ungut, ehrlicher Mann! Adies, ehrlicher Mann!« Als der erboste Gegner das hörte und wohl merkte, wie es gemeint war, wollte er noch einmal anfangen und hielt sich jetzt für ärger beleidigt als vorher.
Aber der Richter, der ihn doch auch als einen verdächtigen Menschen kennen mochte, sagte zu ihm, er könne jetzt zufrieden sein.
Johann Peter Hebel


 Geld bewirkt viel, ein kluges Wort kaum weniger.
Aus China


Die Verwandlung

Meine Tränen fallen,
schweben,
leicht wie Federn,
erreichen die Erde.
Verwandeln sich in ein Meer,
aus Kummer und Schmerz.
Verwandeln sich in Vögel,
fliegen davon
und nehmen meine Sorgen mit.
Verwandeln sich in Tintenwörter
und erscheinen in einem Brief an dich...
Was machst du mit meinen Tränen...? 

Nicole Volkmann




Herzlichst Margot

Samstag, 24. Januar 2015

Bis die Seele nachkommt

Nun, heute möchte ich wieder einige Kurzgeschichten erzählen. Sie gefallen mir, weil sie keine Fabeln sind und nicht die Tiere die Aussagen treffen müssen. Zum Beispiel die erste Geschichte, sie gefällt mir besonders gut ...


Bis die Seele nachkommt

Ein europäischer Biologe hatte für eine Himalaja- Expedition eine Gruppe indischer Träger angeheuert. Der Forscher war in großer Eile, denn er wollte schnell an sein Ziel kommen. Nachdem die Gruppe den ersten großen Pass überschritten hatte, erlaubte er ihnen eine kurze Rast. Nach einigen Minuten rief er aber wieder zum Aufbruch. Die indischen Träger blieben aber einfach auf dem Boden sitzen, als hätten sie ihn gar nicht gehört. Sie schwiegen und ihr Blick war zu Boden gerichtet. Als der Forscher die Inder schärfer aufforderte, weiterzugehen, schauten ihn einige von ihnen verwundert an. Schließlich sagte einer: "Wir können nicht weitergehen. Wir müssen warten, bis unsere Seelen nachgekommen sind." 
 Indische Geschichte


Die Botschaft erkennen

Ein Reisender kam in ein Kloster, um den Meister zu hören. Nach einer Weile sprach er zu einem der anderen Schüler: "Ich bin weit gereist, um dem Meister zuzuhören. Aber jetzt, wo ich ihn höre, finde ich seine Worte ganz gewöhnlich. "
Der Schüler antwortete: "Höre nicht auf seine Worte. Höre auf seine Botschaft."
"Und wie macht man das?"
"Halte dich an einen Satz, den er sagt. Schüttle ihn dann gut durch, bis alle Wörter herausfallen. Was übrig bleibt, wird dein Herz entflammen."

Mello, Anthony 


Der Hund und sein Spiegelbild

Es war einmal ein Hund.
Er hatte großen Durst. Doch jedes Mal wenn er trinken wollte und dabei sein Spiegelbild im Wasser erblickte, erschrak er vor dem fremden großen Hund, den er sah und wich voller Angst zurück.
Irgendwann aber war sein Durst so groß und unerträglich, dass er seine Furcht überwand und mit einem großen Satz ins Wasser sprang.
Und tatsächlich verschwand da auch der "andere" Hund. 

nach Shah, Idries: "Lebe das wirkliche Glück"



König Akbar und die längere Schnur

Es war einmal ein indischer König namens Akbar. Eines Tages spannte er eine gerade Schnur und forderte seine Minister auf: "Schneidet diese Schnur nicht ab, verknotet sie nicht, doch verkürzt sie auf eine andere Art und Weise!" Da wunderten sich alle, wie die Schur verkürzt werden könnte, ohne abgeschnitten oder verknotet zu werden. 
Schließlich stand einer seiner weisesten Leute auf und spannte eine längere Schnur daneben. Durch diese zweite, längere Schnur wurde die erste automatisch verkürzt. Sie war nicht verknotet, nicht abgeschnitten und dennoch verkürzt worden. 
Ähnlich sollen wir die Meinung eines anderen weder umbiegen noch beschneiden, sondern nur unsere eigene lange Schnur daneben spannen. Dann mögen die anderen entscheiden, was länger und was kürzer, - was besser oder schlechter ist. Wir sollen nicht für die anderen entscheiden, wir sollten ihnen nur unsere Wahrheit darlegen.

Quelle unbekannt

Die Natur

Sie belohnt nicht mit Geld. 
Ihr Geschenk ist Reichtum im Überfluss: 
Wasser, Erde, Luft und Wärme. 

Die Natur kennt zwar so was wie Arbeit,
dennoch gibt es kein Finanzsystem. 
Wie ist das bionisch umzusetzen?


Sauberes Wasser, gesunde Nahrung, 
Liebe, Freundschaft, Glücklichsein... 
Diese Pflege ist der Sinn des Menschseins. 

Schön ist so ein Miteinander! 
Allein das Anwenden fällt mir schwer. 
Und was machst Du so Tag für Tag?  

Gabriela Lumpi



Freitag, 23. Januar 2015

Anekdoten

Es ist für mich immer eine Freude, wenn ich im Internet, Gutes und Interessantes finde. So wie heute, Anekdoten, aus einer Zeit, die ich nicht kenne, aber die auch in die heutige Zeit passen. Zuerst eine Definition Anekdote.

Die Anekdote gehört zu der literarischen Gattung der Epik. Eine Anekdote ist eine knappe Erzählung, die nicht auf der Wirklichkeit beruhen muss, aber dennoch ist sie plausibel . Sie endet oft mit einer überraschenden, witzigen Wendung und gibt eine Gegebenheit wieder, die für eine Person oder eine Gesellschaft besonders charakteristisch ist. Die Anekdote endet in der Regel mit einer Pointe.


Kennzeichen der Unschuld
Friedrich Nicolai

Eine Frau beklagte sich über einen Diebstahl, der in ihrem Hause von Soldaten begangen worden sei.
»Haben die Diebe denn alles mitgenommen?« fragte der Kapitain.
»Nein, mein Herr«, antwortete die Frau, »etwas haben sie dagelassen.«
»Nun«, erwiderte der Kapitain, »so können es meine Leute nicht gewesen sein, denn die nehmen alles.«


Das beißende Gleichnis
Friedrich Nicolai

Auf die Amtsstube zu Leipzig kam ein Bauer des Morgens, um seine Steuer zu bezahlen. Weil es noch frühe war, so war, außer einigen Schreibern, noch niemand von den Einnehmern da. Wie nun der Bauer auf dem Vorsaale mit starken Schritten auf und nieder ging, kam einer von den Schreibern heraus und sagte: »Guter Freund, Ihr habt noch lange Zeit, die Herren werden so bald nicht kommen. Setzt Euch derweil!«
Der Bauer, welcher wohl sah, daß man ihn zum besten haben wollte, weil weder Stuhl noch Bank in dem Saale war, antwortete: »Hm. Hier gemahnt mich's eben wie zu Hause in meiner Scheune. Da sind auch keine Stühle und Bänke, aber desto mehr Flegel!«


Anekdote
Heinrich von Kleist

Ein mecklenburgischer Landmann, namens Jonas, war seiner Leibesstärke wegen, im ganzen Lande bekannt.
Ein Thüringer, der in die Gegend geriet, und von jenem mit Ruhm sprechen hörte, nahm sichs vor sich mit ihm zu versuchen.
Als der Thüringer vor das Haus kam, sah er vom Pferde über die Mauer hinweg auf dem Hofe einen Mann Holz spalten und fragte diesen: ob hier der starke Jonas wohne? erhielt aber keine Antwort.
So stieg er vom Pferde, öffnete die Pforte, führte das Pferd herein, und band es an die Mauer.
Hier eröffnete der Thüringer seine Absicht, sich mit dem starken Jonas zu messen.
Jonas ergriff den Thüringer, warf ihn sofort über die Mauer zurück, und nahm seine Arbeit wieder vor.
Nach einer halben Stunde rief der Thüringer, jenseits der Mauer: Jonas! – Nun was gibts? antwortete dieser.
Lieber Jonas, sagte der Thüringer: sei so gut und schmeiß mir einmal auch mein Pferd wieder herüber!