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Dienstag, 30. Juni 2015

Verzeihen ist die größte Heilung

Verzeihen - dieses Wort finde ich großartig, es erlaubt mir, wieder zufrieden in die Welt zu schauen. Habe ich verziehen, oder wurde mir verziehen, fühle ich mich erleichtert. Es ist wie eine Beichte in der Kirche und nimmt mir die Last vom Herzen. Nein, ich bin nicht katholisch und habe noch nie eine Beichte abgelegt, doch so stelle ich es mir vor und ich habe dieses Gefühl schon in meinem Leben gehabt. In einem Buch von "Vera Birkenbihl: Story-Power", steht folgendes ...

 Verzeihen ist die größte Heilung

... wenn ein Stammesmitglied der Babemba aus Südafrika ungerecht gewesen ist oder unverantwortlich gehandelt hat, wird er in die Dorfmitte gebracht, aber nicht daran gehindert wegzulaufen.
Alle im Dorf hören auf zu arbeiten und versammeln sich um den "Angeklagten". Dann erinnert jedes Stammesmitglied, ganz gleich welchen Alters, die Person in der Mitte daran, was sie in ihrem Leben Gutes getan hat.
Alles, an das man sich in Bezug auf diesen Menschen erinnern kann, wird in allen Einzelheiten dargelegt. Alle seine positiven Eigenschaften, seine guten Taten, seine Stärken und seine Güte werden dem "Angeklagten" in Erinnerung gerufen. Alle, die den Kreis um ihn herum bilden, schildern dies sehr ausführlich. Die einzelnen Geschichten über diese Person werden mit absoluter Ehrlichkeit und großer Liebe erzählt. Es ist niemandem erlaubt, das Geschehene zu übertreiben und alle wissen, dass sie nichts erfinden dürfen. Niemand ist bei dem, was er sagt, unehrlich und sarkastisch. Die Zeremonie wird so lange fortgeführt, bis jeder im Dorf mitgeteilt hat, wie sehr er diese Person als Mitglied der Gemeinde schätzt und respektiert. Der ganze Vorgang kann mehrere Tage dauern. Am Ende wird der Kreis geöffnet, und nachdem der Betreffende wieder in den Stamm aufgenommen worden ist, findet eine fröhliche Feier statt.
Wenn wir durch die Augen der Liebe sehen, wie es in der Zeremonie so schön
sichtbar wird, entdecken wir nur Vergebung und den Wunch nach Integration. Alle Mitglieder des Kreises und die Person, die in der Mitte steht, werden daran erinnert, dass durch Verzeihen die Möglichkeit gegeben wird, die Vergangenheit und die Angst vor der Zukunft loszulassen. Der Mensch in der Mitte wird nicht länger als schlecht bewertet oder aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Stattdessen wird er daran erinnert, wie viel Liebe in ihm steckt und dann wieder in die Gemeinschaft integriert!

Vielleicht wäre dieses Verhalten auch bei uns in Deutschland angebracht. Nicht den oder die Menschen ausschließen, sondern ihn wieder in die Gemeinschaft zu integrieren.




Montag, 29. Juni 2015

Vermächtnis einer älteren Frau ...

Sonntag, der 28. Juni, die Sonne scheint verhalten, aber es regnet nicht, wie es in Ostdeutschland passiert. Meinen Balkon-Blumen habe ich Wasser gegeben und es freut mich, sie bekommen Knospen. Natürlich nur die letzten Pflanzen, die ich wegen des Post-Streiks, selbst abholen musste. 
Nach meiner getanen Arbeit, setzte ich mich auf den Balkon und las eine nette Kurzgeschichte ... sie ist nicht die Meinige, aber interessant zu lesen, was andere Menschen machen würden, wenn ...


Vermächtnis einer älteren Frau

''Könnte ich mein Leben nochmals leben, dann würde ich das nächste Mal riskieren, mehr Fehler zu machen. Ich würde mich entspannen, lockerer und humorvoller sein als dieses Mal. Ich kenne nur sehr wenige Dinge, die ich ernst nehmen würde.

Ich würde mehr verreisen. Und ein bisschen verrückter sein. Ich würde mehr Berge erklimmen, mehr Flüsse durchschwimmen und mir mehr Sonnenuntergänge anschauen. Ich würde mehr spazieren gehen und mir alles besser anschauen. Ich würde öfter ein Eis essen und weniger Bohnen. 

Ich hätte mehr echte Schwierigkeiten als eingebildete. Müsste ich es noch einmal machen, ich würde einfach versuchen, immer nur einen Augenblick nach dem anderen zu leben, anstatt jeden Tage schon viele Jahre im Voraus. 

Könnte ich noch einmal von vorne anfangen, würde ich viel herumkommen, viele Dinge tun und mit sehr wenig Gepäck reisen. Könnte ich mein Leben nochmals leben, würde ich im Frühjahr früher und im Herbst länger barfuß gehen. Und ich würde öfter die Schule schwänzen.

Ich würde mir nicht so hohe Stellungen erarbeiten, es sei denn ich käme zufällig daran. Auf dem Rummelplatz würde ich viel mehr Fahrten machen, und ich würde mehr Gänseblümchen pflücken." 

Gefunden in: Das Robbins Power Prinzip von Anthony Robbins, S. 533) 

Ich finde diese Worte lesen sich gut, ob ich es machen würde, weiß ich nicht. Es kommt wohl immer auf den Charakter an, den man bei der Geburt mitbekommt und, wie die Umwelt sich zeigt. Doch träumen darf auch ich ...





Sonntag, 28. Juni 2015

Vergebung ...

Gedichte von Norbert van Tiggelen finde ich wirklich schön. Heute möchte ich verschiedene Gedichte von ihm aufschreiben, dass sie mir gefallen, muss ich nicht extra schreiben ... 




Vergebung

Fehler machen wir alltäglich,
ganz egal ob Frau, ob Mann.
Keiner von uns ist vollkommen,
niemand dies bestreiten kann.

Oftmals gehen wir mit Menschen,
kalt und heftig ins Gericht.
Tief in unserer Enttäuschung,
wägen wir das Strafmaß nicht. 

So entstehen häufig Kriege,
die nicht hätten müssen sein.
Darum sollte man dem Nächsten
einfach mal ganz lieb verzeih’n.

Doch zum Schluss noch einen Tadel,
dieser Satz hat oft Gewähr:
„Wenn sich Fehler wiederholen,
fällt auch das Vergeben schwer.“


©Norbert van Tiggelen




Gottes Mühlen

Gottes Mühlen, mahlen langsam 
wenn wir es auch oft nicht seh’n,
seine Sinne, die sind wachsam,
er lässt keinen straffrei geh’n.


Ganz egal, wie lang es her ist,

eine Sünde, Neid und Gier -

irgendwann, da kriegt ein jeder

seinen Lohn, das glaube mir.


© Norbert van Tiggelen





Strafsucht

Jesus riet den armen Sündern:
Werfet niemals einen Stein;
schaut doch mal in eure Seele,
keiner von euch ist ganz rein!


Lang schon her sind diese Worte,

drum sind sie uns wohl enteilt.

Weil der Mensch heut ohne Gründe

oft am Sturz des Nächsten feilt.


©Norbert van Tiggelen





Dem Hund

Dem Hund, dem ist es ganz egal,
ob Du nun dünn bist oder dick.
Er möchte Dir zur Seite steh’n
und dass Du schenkst ihm manchen Blick.

Dem Hund, dem ist es einerlei,
ob Du nun groß bist oder klein.
Er möchte nicht alleine streunen
und will in Deiner Nähe sein.

Dem Hund, dem ist es nebensächlich,
ob Du arm bist oder reich.
Selbst wenn Du im Freien lebtest,
wäre ihm das wirklich gleich.

Dem Hund ist aber völlig wichtig,
welchen Weg sein Frauchen geht. 
Er wird Dich auch noch treu begleiten,
wenn der Wind zum Sturm sich dreht.


©Norbert van Tiggelen




Seelenclown

Du weichst mir nicht von meiner Seite,
gehst treu mit mir durch Sturm und Wind;
bist Freund, Gefährte und Beschützer -
manchmal auch verspieltes Kind.

Dein Blick, er lässt mich stets erweichen,
kann dir nicht einmal böse sein.
Auf dich setz ich zur Not mein Leben -
stellst meinem Herzen nie ein Bein.

Deine Schnauze kalt wie Raureif,
der Charakter warm und gut;
liebst mich, ohne was zu fordern,
kämpfst für mich mit ganzem Mut.

Du, mein treuer Weggenosse, 
dir kann ich auch blind vertrau’n;
bist für mich mein größtes Herzstück -
Kamerad und Seelenclown.

©Norbert van Tiggelen



Die Fotos sind den Hunden und Katzen gewidmet, die unsere besten Freunde sind. Sie machen unser Leben schön.



Herzlichst Margot.


Samstag, 27. Juni 2015

Ein ganz, ganz kleines Schmunzeln ...

Ein sonniger Tag beginnt und lässt mich lächeln, weil mir auch der Schalk im Nacken sitzt. Da passt für mich dieser Spruch, der an vielen Tagen richtig ist:
"Ich habe den Tag mit einem „Guten Morgen“ begonnen und einem „Gute Nacht“ beendet. Das war dann aber auch schon das einzig Gute an diesem Tag."


Wie ist es bloß möglich, dass ich mich in einer Dreiecksbeziehung ständig nur im Kreis drehe?

Das Gras ist grün, der Himmel ist blau, Winter kalt und Sommer meist heiß, das Leben ist bunt. Warum ist genau mein Leben denn ständig schwarz-weiß?


Zuerst stieg ich auf die Waage. Dann guckte ich in den Spiegel. Und jetzt bin ich mir sicher, dass Haushaltsgeräte lügen können.

Wenn ich nicht gerade wach bin oder schlafe, bin ich eigentlich ganz erträglich.

Vorgestern dachte ich noch, dass gestern mein Glückstag sein wird, doch heute bin ich überzeugt, dass ich übermorgen glücklich sein werde, wenn ich den morgigen Tag überlebe.

Lass dir eins gesagt sein, nicht jeder Engel hat einen Heiligenschein.

Der Nebel, der mir heute den Tag in ein graues Trübsal kleidet, weicht in der Erinnerung der Sonne.





Besser ein Bier zu viel getrunken, als ein Schnitzel zu wenig gegessen.

Das Leben ist ein Bumerang - man bekommt immer zurück, was man gibt.

Gib deinem Leben die Hand und lass dich überraschen, welche Wege es mit dir geht.

Das Leben funktioniert nicht ohne kleine Lügen der Rettung, wenn diese gut gemeint sind und Kummer vermeiden.

Eine Lüge im Guten gedacht hat noch keine Freundschaft kaputtgemacht gemacht.



Sinnlos ist ein Leben ohne Unsinn. 


Das Leben ist voller Überraschungen, es ist nicht immer edel oder erhaben, manchmal ist es absurd, aber es gibt immer eine Hoffnung.




Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück: Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt.


Wahre Schönheit ist, wenn jemandes Lächeln dich fesselt und gefangen nimmt und dessen Blick in dir etwas freisetzt, was urplötzlich ein wohliges Gefühl in dir aufkommen lässt. Dieser Zustand wird unweigerlich deine Seele berühren und deine Gedanken werden nur noch um dieses Lächeln kreisen!




Freitag, 26. Juni 2015

Zeitreise ...

Nun, es ist schon sehr spät und ich möchte trotzdem ein paar Gedichte schreiben. Vorgestern habe ich Gedichte von Norbert van Tiggelen aufgeschrieben. Heute möchte ich auch noch ein paar Gedichte schreiben, seine Zeilen sind schlicht und gefallen mir. Sein Blick in die Vergangenheit erinnern mich an Kind - und Jugendzeit ... ich fand diese Zeit wunderbar.






Zeitreise

Fotos sind Erinnerungen,
holen altes Dir zurück:
Eisigkalte, dunkle Zeiten -
aber oft auch Freud und Glück.

Bringen Dich zum Überlegen,
wie die Zeit doch ist gerannt,
was man doch für schräge Vögel
früher einmal hat gekannt.

Lassen Menschen auferstehen,
die schon lange nicht mehr sind;
zeigen Deine mittlerweile
großen Sprosse, noch als Kind.

Kommen diese Fotos wieder
in den alten Schuhkarton,
ist die Reise in das Damals
leider an der Endstation.

©Norbert van Tiggelen




Überlebenskünstler

Damals gab es keine Airbags,
und auch nicht das Internet, 
Handys, iPods, Spielkonsolen -
nach dem Sandmann ging’s ins Bett.

Damals gab es keine Helme,
aus dem Garten Obst und Lauch;
tranken aus `nem Kran im Parke
oder aus dem Gartenschlauch.

Damals gab es drei Programme,
Sendezeit bis Mitternacht.
Doppelbetten, Zuckerstangen,
Murmeln spiel’n hat Spaß gemacht.

Damals gab es Lagerfeuer,
Bandenkriege im Revier;
Seifenkisten ohne Bremsen -
all das überlebten wir.

© Norbert van Tiggelen





Nostalgie

Keinen Kampf um Einkaufswagen,
auch kein lautes Kindsgeschrei;
Herzblut pochte in Regalen, 
vom Schnittbrot bis zum Bio-Ei.

Auf dem kalten Tresen glänzten
Bonbongläser, hochpoliert;
fandest keinen launisch’ Kunden,
der sich kalt im Gang verirrt’.

Ein Stück Fleischwurst an der Theke
reichte man in Kinderhände,
saß das Geld nicht ganz so locker,
gab’s Kredit bis Monatsende.

Wie gern ging ich als kleiner Bub
in diese schmucken Lädchen rein,
wo man immer lieb gefragt wurd’:
„Bitteschön, darf’s noch was sein?“

Einkauf an der Straßenecke,
stressfrei und in Harmonie,
dabei Plaudern mit dem Nachbarn -
das war pure Nostalgie.

© Norbert van Tiggelen




Es war einmal

Es war einmal vor vielen Jahren,
zu einer Zeit ganz ohne Maus.
Da lebten die Familien glücklich,
scherzten, sangen, gingen aus.

Eltern unternahmen freudig
mit den Kindern irgendwas.
Hauptsache, man war zusammen,
das war doch der größte Spaß.

Wandern gehen, ab zum Baden,
oder eine Fahrradtour
waren einst beliebte Dinge,
die man tat in der Natur.

Karten spielen oder basteln
- allesamt an einem Tisch -
Stadt, Land, Fluss und Denkaufgaben
hielten uns die Sinne frisch.

Heute starrt man auf den Bildschirm,
surft nur noch durch’s Internet.
Einst so wunderbare Ehen
liegen auf dem Sterbebett

©Norbert van Tiggelen



Donnerstag, 25. Juni 2015

Geschichte des Lachens ...

Heute beim Aufwachen und Blick aus dem Fenster, waren es keine 30 °, aber es war wärmer, was mich schmunzeln lies. Ich machte mir Gedanken übers Lachen, was mir bei meinen Gedanken über die Kirche fehlte. Ich suchte darüber vernünftige Worte, und las diese Zeilen ...

Geschichte des (schwarzen) Humors …

Die Frage, warum (und wann) Menschen etwas komisch finden, beschäftigt nicht nur Comedians. Auch in der Philosophie hat man sich immer wieder mit dem Lachen beschäftigt - schon in der Antike. Wobei allein schon die Definition von Humor sich als quasi unlösbares Problem erwies. Das ist auch der Grund, warum Computer bisher nicht lachen können - ohne eine beschreibende und umsetzbare Definition, keine Software. Da Humor auch mit Intelligenz zusammenhängt können eben Computer "nicht lachen", da sie über keine Intelligenz verfügen - jedenfalls keine, die der menschlichen vergleichbare wäre. 

Einer der ersten, der über das Lachen schrieb, war Aristoteles um etwa 300 vor Christus. Er deutete das Lachen als ein Erbe der Götter. 

Daher auch der Aufhänger in dem Roman "Der Name der Rose". Aristoteles unterscheidet drei Bereiche: Tragödie, Epos und Kommödie. Die Poetik behandelt die ersten beiden, und verweist auf einen in der Tat nicht überlieferten Text mit dem Titel "Komödie". Im Roman erhält dieser Band den fiktiven Titel "Über das Lachen und die Komödie", und wurde von der Kirche als so bedrohlich angesehen, das schon seine Exsitenz geleugnet wurde. 
Umberto Eco führt die Humorlosigkeit der Kirche auf folgenden Umstand zurück: 

"Lachen tötet die Furcht und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht mehr vor dem Teufel hat, braucht keinen Gott mehr [...]". 

Also drohte, nach Umberto Eco, Humor die Furcht, und damit die Grundlage der christlichen Kirche zu unterminieren. In der Tat, im Mittelalter wurde in Klostern lautes Lachen mit Strafen (wie Fasten) versehen, und über lachende Päpste lässt sich selbst bei Google nichts nennenswertes in Erfahrung bringen - die lächeln bestenfalls milde. 
Insbesondere der in vorwiegend katholischen Regionen stark verwurzelte Karneval (oder Fastnacht) scheint historisch geradezu als Ventil gedient zu haben: hier durfte das Volke dann Späße, auch über die Kirche, treiben - allerdings stark regelmentiert und institutaliserit: am Aschermittwoch ist dann wieder alles vorbei - respektive wie vorher.

Für die christliche Kirche sind Lachen und Humor seither schwierige Themen (und wurden bis in die jüngste Zeit ähnlich verteufelt wie die Sexualität, siehe Heidenspaß). Die Texte des neuen Testaments sprechen nie von einem lachenden Jesus - schwer vorstellbar bei dem was man sonst so über ihn geschrieben wurde: er mochte Gastmähler, schätzte offenbar Frauen, und verkündigte eine von der damaligen gültigen Staatsreligion leicht abweichende Version, liess sich von einer "Sünderin" die Füße mit Öl salben, ... und bei allem was so von und über Jesus überliefert ist, sein Lachen gehört nicht dazu.

So, nun weiß ich, warum ich nicht gerne in die Kirche gehe, es gibt kein Lachen.



Mittwoch, 24. Juni 2015

Sonnen- Telegramm

Der Tag beginnt mit Sonnenstrahlen, gibt mir ein Gefühl, als ob die Sonne Wärme abgibt. Doch weit gefehlt, es ist eine Kälte die mir Angst einjagt und auch meinen Blumen. Ich frage mich, wann ist diese unfreundliche Sommerzeit vorbei und die Blumen fangen an zu blühen, so wie mein Herz ... 

Norbert van Tiggelen lässt mich Gedichte lesen, die mich an andere Menschen denken lässt und ich sage, ja so ist es oder gewesen ...


So war das Wetter am Abend ...

Sonnen- Telegramm 

Heute habe ich der Sonne
mal ein Telegramm geschickt
und sie lieb darum gebeten,
dass sie sanft Dein Herz erquickt.

Ihre Strahlen sollen wärmen
Deinen Körper und Dein Herz,
soll mit ihrer Kraft verjagen
jeden kalten Seelenschmerz. 

Ihre Klarheit wird Dir helfen,
dass Du jedes Ziel erlangst.
Heute Abend komm ich wieder,
schick den Mond, hab keine Angst.

©Norbert van Tiggelen





Gute Seelen

Auch wenn’s manchmal nicht so aussieht,
weil dein Kopf voll Sorgen ist,
du auf vieles keine Lust hast 
und 'ne starke Hand vermisst...

Dir will einfach nichts gelingen,
was du anfasst, das zerbricht.
Selbst bei wunderschönem Wetter
fliehst du vor dem Sonnenlicht.

Kommt ein Mensch in dieser Phase, 
zieht dich raus aus deinem Loch,
schenkt dir zudem auch ein Lächeln -
dann weißt du: Es gibt sie doch!

© Norbert van Tiggelen




Spiegelblick 

Sag mal, kennst Du einen Menschen,
der was ganz Besond’res ist?
Dem man jederzeit vertrau’n kann,
den man mehr als oft vermisst.

Einer, der durch Dick und Dünn geht,
der sich nicht mit Lügen wehrt.
Jemand, der in diese Welt passt
und sich nicht mit Fremdem ehrt.

Ich kenn’ eine solche Seele,
es soll kein Geheimnis sein,
kurz und knapp möcht’ ich Dir sagen:
Schau mal in den Spiegel rein.

©Norbert van Tiggelen




Alltagsglück

Ein Sonnenstrahl am Morgen,
ein Licht in dunkler Nacht,
ein Gruß von einem Freund,
ein Kind, das herzlich lacht.

Ein sternenklarer Himmel,
ein Farbklecks an der Wand,
ein Blümchen in der Mauer,
ein Klee am Straßenrand.

Kein Geld kann es ersetzen,
kein Gold bringt es zurück -
wie wichtig ist im Leben
des Alltags kleines Glück! 

© Norbert van Tiggelen




Schutzengel

Ich schick Dir einen Engel,
der Dich stets bewacht,
der mit Dir ein Tränchen weint,-
aber auch mal lacht.

Ich schick Dir einen Engel,
der sich um Dich sorgt,
der Dir, wenn Du ratlos bist,
gern sein Ohr mal borgt.

Ich schick Dir einen Engel,
der Dich innig liebt,
der mit seinem Flügelschlag
Dir wieder Hoffnung gibt.

©Norbert van Tiggelen





Ferne Freundschaft

Ich bin stolz, dass ich Dich habe,
auch wenn wir uns selten sehen.
Die Entfernung stört bei Gott nicht,
Du kannst mich auch so verstehen.

Unsre Freundschaft, die ist anders,
sie beruht auf dem Verstand.
Du bist jemand, den ich brauche,
hältst mir oft im Traum die Hand.

Ganz alleine schon zu wissen,
dass ich Dir am Herzen lieg’,
stimmt mich froh an vielen Tagen,
ist für mich der größte Sieg.

Wenn wir uns auch mal nicht hören,
werd’ ich nicht gleich frierend sein, 
denn die Wärme Deiner Briefe
ist für mich der Sonnenschein.

©Norbert van Tiggelen





Nach dem Lesen dieser Zeilen, von Norbert van Tiggelen, wird es mir etwas wärmer. Ein herzliches Dankeschön möchte ich ihm senden.



Dienstag, 23. Juni 2015

Von der Wahren Lehre und ...

Nein, ich sage nicht, dass es  regnet, es ist doch Sommer. ;-) So sind meine Gedanken, als ich aus dem Fenster schaue, damit möchte ich mich belügen, aber es geht nicht. Vielleicht hilft mal kräftiges Schimpfen, die Erde ist ja auch schon vollgesaugt, mit dem nötigen Nass und hat den Regen nicht mehr nötig. Apropos Nass, da gibt es eine hübsche Geschichte zu erzählen, wenn auch nicht vom Regen ...

Von der Wahren Lehre und der Kunst über Wasser zu gehen

Ein Derwisch, der seine Unterweisung an einer besonders frommen und traditionsbewussten Schule erhalten hatte, ging einst, über letzte Erkenntnisse sinnierend, am Flussufer spazieren.

Plötzlich riss ihn der heilige Ruf der Derwische aus seinen Gedanken. Er hörte genauer hin und stellte fest: ”Was dieser Mann macht ist völlig sinnlos. Wenn er die Silben weiterhin falsch ausspricht, wird er sein Ziel nie erreichen. Ich muss ihm sagen, dass es nicht “YA HU” sondern “U YA HU” heißt. Wahrscheinlich hatte der Unglückliche nie eine richtige Anleitung erhalten und müht sich nun vergeblich. Es ist meine Pflicht unserem unwissenden Bruder den rechten Ruf beizubringen.”

Da das „YA HU“ von der Insel mitten im Fluss kam, mietete er ein Boot und ruderte zu der Insel hinüber. Dort fand er eine ärmliche Schilfhütte, in der ein Mann im Derwisch Gewand sich zu dem ständig wiederholten JA HU, JA HU, JA HU drehte.

“Mein Freund”, sagte der gebildete Derwisch, “zufällig habe ich deine Rufe vernommen und jetzt bin ich gekommen um dich darauf aufmerksam zu machen, dass du den heiligen Ruf falsch aussprichst. Ich halte es einem Glaubensbruder gegenüber für meine Pflicht dir den richtigen Ruf beizubringen, denn: verdient macht sich, wer Rat gibt, wie auch der, der Rat annimmt. Du musst das so aussprechen”, und er machte es ihm einige Male vor.

“Ich danke dir für diese Unterweisung.” bedankte sich der Unterwiesene und neigte demütig sein Haupt.

Der kluge Derwisch stieg wieder in sein Boot, um zum Ufer zurück zu rudern. Er fühlte sich sehr zufrieden und guter Dinge, weil er eine gute Tat vollbracht hatte. Denn schließlich hieß es, wer die heilige Formel richtig ausspreche, könne sogar über Wasser gehen. Er selbst hatte es zwar noch nie gesehen, aber er hoffte dieses Ziel eines Tages selbst zu erreichen.

Noch in Gedanken versunken, hört er von der Insel wieder den falschen Ruf “YA HU” von der Insel herüberklingen. Missbilligend schüttelte er den Kopf über die menschliche Natur und ihre Beharrlichkeit in Irrtümern zu verweilen. Manchen Menschen war einfach nicht zu helfen!

Plötzlich sah er eine seltsame Erscheinung. Von der Insel her näherte sich der andere Derwisch und – er traute seinen Augen kaum – er ging über das Wasser.

Verblüfft hörte er auf zu rudern und starrte der herankommenden Gestalt entgegen.

“Entschuldige Bruder, wenn ich dich noch einmal belästige”, sagte der Insel-Derwisch als er herangekommen war, “bitte unterweise mich noch einmal in der richtigen Lehre. Ich kann mir den heiligen Ruf einfach nicht merken.”


Nun frage ich mich, hat der Insel-Derwisch von ganzem Herzen diese Worte gerufen, dass sein Glaube angenommen wurde? Und hat der gelehrte Derwisch diese Worte nur ausgesprochen, um seine Klugheit zu beweisen und sein Herz war nicht dabei? 
Derwische werden als Quelle der Klugheit, Bescheidenheit und Disziplin anerkannt. Bescheidenheit hat wohl hier den Sieg über Klugheit und Disziplin gehalten.


Montag, 22. Juni 2015

Wochenanfang ...

Am Morgen schau ich aus dem Fenster, es regnet und es ist kalt. Ohne dass ich ein Fuß auf den Balkon gesetzt habe, spüre ich diese Kälte. Frieren möchte ich nicht, ich schalte im Zimmer den Radiator an, damit ich ein Gefühl von Wärme bekomme. Es ist ja Sommer ... so kann man es auch sehen, wie es Regina Meier zu Verl schreibt. Vielen Dank, Regina.




Sommermorgen

Süßer Heckenrosenduft
liegt am Morgen in der Luft
und ich schnuppere verzückt,
fühle mich total beglückt.

Es hat Regen über Nacht
welke Blüten frisch gemacht.
Endlich, denke ich erfreut,
so ein schöner Tag ist heut.

Mit der Lieblingskaffeetasse
sitze ich auf der Terrasse,
lausche einem Frühkonzert,
das die Amsel mir beschert.

Schön ist so ein Sommermorgen,
schiebt ins Abseits alle Sorgen.
Dankbar bin ich, mir geht’s gut,
tanke Kraft und frischen Mut.

Ach, ich könnt vor Freude singen,
alles wird mir heut gelingen,
danke schön, du Rosenduft
in der frischen Morgenluft.

© Regina Meier zu Verl  2015


Der Autor E. Rasmus sieht es auch anders als ich, was mich erfreut ...






Rückbesinnung

Einfach den lichten Sommertag genießen,
Als könnten Sorgen mit den Wassern fließen.
Dem Strahl der Sonne folgen bis zum Grund
Und fühlen selber, Stund für Stund,
Wie sich das Leben neu verzweigt,
Bis sich der Tag dem Ende neigt.


Was wäre das für ein Genuß!
Wär’s nicht gar wie ein echter Kuß,
Den mir das Leben schenken kann,
Denk ich am Wolkentag daran.
Wo Regenwasser rinnt, und rinnt...
Sei mal naiv, verträumt - ein Kind.

 E.Rasmus




(K)ein Sommermärchen

Die Welle, so verspielt, entzückt
Hat mich dem Heute wohl entrückt.
Und netzt die Füße auch noch Schaum -
Erinnerung, verlor‘ner Traum.
Wo kam sie her, ist das ihr Schluß ?
War das von ihr ein Abschiedskuß ?

Der See liegt still, gefärbt vor mir,
Im Abendrot, grad’ wie zur Zier.
Ich wähnt, er wäre tief – ein Meer
Voll von Erinnerung, so schwer.
Gewißheit. Und ein letzter Strahl
Bezeugt : jawohl. Es war einmal.

E.Rasmus




Wünsche euch eine schöne Woche.
Herzlichst Margot.